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Multiresistente Keime aus dem Schweinestall?

Wenn von multiresistenten Keimen die Rede ist, wird meist das Bakterium Multiresistenter Staphylokokkus Aureus, kurz MRSA gemeint. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass von diesem Bakterium unterschiedliche Stämme existieren. Dadurch lässt sich die Herkunft des MRSA relativ sicher nachweisen. Erstaunlicherweise sind die Keime, die in Krankenhäusern gefunden wurden und werden, nur zu ca. 1% tierassoziiert. Der Großteil stammt hingegen aus den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen selbst. Die MRSA-Stämme aus der Tierhaltung sind zudem nicht für schwere Krankheitsverläufe verantwortlich. Auch weisen die Tier-MRSA nur selten Antibiotikaresistenzen für Medikamente auf, die auch in der Humanmedizin eingesetzt werden.
Noch wichtiger: Eine Besiedelung ist nicht gleichbedeutend mit dem Ausbruch einer Krankheit.

Dazu ein kleiner Ausflug zu unseren Nachbarn in den Niederlanden. Dort ist zwar die Schweinedichte und auch der Antibiotikaverbrauch pro Tier höher als in Deutschland, doch dort gibt es kaum Probleme mit MRSA in Krankenhäusern.
Woran liegt das? In niederländischen Krankenhäusern wird ein strenges Hygienemanagement  konsequent eingehalten. Schon in den 80er-Jahren erkannten die Niederländer das Problem der multiresistenten Keime und wurden aktiv. Somit haben die Niederländer das Problem bereits im Keim erstickt.