HeimatLandwirte berichten über die erreichten Ziele in der Landwirtschaft

Der Verein HeimatLandwirte berichtet über die erreichten Klimaschutzziele 2020 in der Landwirtschaft und deren Gründe. Insgesamt sind die Emissionen in Deutschland im Jahr 2020 um 8,1 Prozent gesunken. Vor allem die Corona-Pandemie ist dafür verantwortlich: Die Emissionen aus dem Verkehrssektor sind gesunken.

Die Landwirtschaft macht nur einen kleinen Teil der Gesamtemissionen aus, insgesamt verursacht sie weniger als 10 Prozent der Gesamtemissionen. Im Jahr 2020 hat die Landwirtschaft das Sektorziel zur Emissionsminderung nach dem Klimaschutzgesetzt voll erfüllt. Das geht aus den Daten des Umweltbundesamtes (UBA) hervor. Insgesamt wurden 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das Ziel wären 70 Millionen Tonnen gewesen, somit hat die Landwirtschaft das Ziel voll erfüllt. Für das laufende Jahr sind 68 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente angesetzt, auch dieser Wert wird bisher unterschritten.

Gründe für die sinkenden Emissionen

„Geringerer Einsatz von Mineraldünger und die trockene Witterung im letzten Jahr“ nennt Thomas Weigl, Vorsitzender der HeimatLandwirte, die Gründe für die sinkenden CO2-Emissionen. Wenn man die Landwirtschaft im Gesamten betrachtet, zeigt sich, dass die Rinder- und Schweinebestände sinken. Die deutsche Landwirtschaft hält somit weniger Tiere, dadurch wird viel Treibhausgase eingespart. Folglich resultieren aus den geringeren Tierbeständen auch geringere Ausscheidungen. Das kombiniert mit der bodennahmen Gülleausbringung führt zu weniger Ammoniakverluste und somit weniger Treibhausgasen.

Landwirtschaft ist ihrer Verantwortung bewusst

Die Landwirtschaft wird ihrer Verantwortung für den Klimaschutz gerecht. Die deutliche Unterschreitung der Grenzwerte zeigt, dass der stetige Wandel und der Wille zur Effizienzsteigerung und die Optimierung in der Landwirtschaft erkennbar sind. Es hat sich gezeigt, dass nicht nur in der Theorie, sondern vor allem in der Praxis die Ziele umgesetzt werden müssen. „Durch moderne Technik, Forschung und die Empfehlungen der Ackerbaustrategie, werden diese Ziele erreicht“, erklärt Weigl. „Trotz der Corona-Pandemie hat die Landwirtschaft voll weiter produziert und konnte trotzdem Emissionssenkungen verzeichnen“, so Weigl weiter. Noch mehr Einsparpotential wäre unter anderem durch den Einsatz von biogenen Treibstoffen möglich. Außerdem ist die Landwirtschaft die einzige Branche, die CO2 binden und speichern kann und ist somit Teil der Lösung.

Durch die bodennahe Gülleausbringung mit Schleppschuh entstehen weniger Ammoniakverluste, was sich auch positiv auf die Emissionen auswirkt.

Corona aus Sicht der HeimatLandwirte

Auch in der Landwirtschaft ist die Corona-Krise zu spüren. Neben negativen Auswirkungen gibt es allerdings auch einige positive zu erkennen. Die HeimatLandwirte, das Sprachrohr von rund 140 Landwirten aus Niederbayern, Oberbayern und der Oberpfalz, berichten wie die Landwirte mit dem Corona-Virus umgehen.

Leere Supermarktregale, verschärfte Hygienemaßnahmen und die Ausgangssperre, auch die Landwirte aus der Region sind von diesen Schlagzeilen betroffen. In der aktuellen Situation erfährt die Arbeit der Landwirte wieder mehr Wertschätzung. Die Hygienemaßnahmen sind für die Landwirte kein Problem, denn in der Tierhaltung herrschen ohnehin verschärfte Hygienevorschriften, die die Bauern schon bekannt sind und richtig umgesetzt werden. Hinzukommt die vermehrte Hygiene auf den Schleppern im Ackerbau. Aktuell bemerken die Verbraucher, dass gerade in solchen Zeiten, in denen das soziale Leben beinahe auf Null heruntergefahren ist, die lebensnotwendigen Dinge von großer Bedeutung sind. Und dazu gehören die Lebensmittel, die tagtäglich von den Landwirten aus der Region produziert werden. Den Bürgern wird bewusst, dass die Nahrungsmittel aus der unmittelbaren Umgebung keine lange Lieferwege hinter sich haben und so schnell in den jeweiligen Verkaufsstätten angeboten werden können. Die Lebensmittelversorgung ist somit sichergestellt, ohne auf den gestoppten Import angewiesen zu sein. Gerade jetzt herrscht auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben Hochsaison, obwohl das öffentliche Leben drumherum beinahe stillsteht. Aktuell wird auf vielen Ackern Gülle ausgebracht, um den Boden mit einem natürlichen Dünger zu düngen und somit mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen, damit die Fruchtbarkeit gefördert werden kann. Diese Maßnahme kann von den Bauern in der aktuellen Zeit ohne größere Beeinträchtigungen durchgeführt werden. Meist sind bei der Gülleausbringung große Maschinen im Einsatz, die im Straßenverkehr für viele Bürger als störend empfunden werden. Da aufgrund der Ausgangsbeschränkung im Moment weniger auf den Straßen los ist, fällt es den Landwirten leichter die Strecke zwischen Betrieb und Feld ohne Probleme zurückzulegen. Unterwegs werden diese zurzeit vermehrt von Bürgern freundlich gegrüßt, was natürlich auch die Landwirte freut, dass gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit ihre Arbeit wieder wertgeschätzt wird. Auch die Aussaat von Mais und Zuckerrüben ist aktuell zu beobachten. Die Verbraucher sehen somit, dass die Landwirte die Traktoren auch zum Arbeiten nutzen und nicht nur um zu Demonstrationen zu fahren.

Veranstaltungen verschoben

Doch auch die HeimatLandwirte spüren die Konsequenzen der Coronakrise. Die Landwirte aus der Region Landshut und Umgebung hätten eine Informationsveranstaltung mit dem Motto „Bürgern Bauern Brotzeit“ geplant, die Ende März im Gasthof zur Insel stattgefunden hätte. Bei dieser Veranstaltung hätte es eine Diskussionsrunde zur modernen Landwirtschaft gegeben und eine Fragerunde für alle Interessierte. Diese musste bis auf weiteres verschoben werden. Ein neuer Termin wird bekannt gegeben. Und auch der jährliche Hofinformationstag, bei dem Interessierte auf einem Mitgliedsbetrieb einen hautnahen Einblick in die landwirtschaftliche Produktion erleben können, muss in diesem Jahr ausfallen. Im Jahr 2021 wird der Hofinformationstag wieder stattfinden, auch ein passender Austragungsort ist schon gefunden.

Lebensmittelversorgung sichergestellt

Probleme haben die Landwirte, denen Saisonarbeitskräfte fehlen, allerdings soll die Einreise für Erntehelfer in Kürze ermöglicht werden. In der Tierhaltung und im Ackerbau gibt es keine größeren Konsequenzen aus der Coronakrise. Auf dem Futtermittelmarkt sind teilweise leichte Verknappungen zu spüren und auch der Kontakt zu den Ämtern kann nur noch telefonisch erfolgen, was die Landwirte aber in ihrer Produktion nicht weiter einschränkt. Größere Sorge bereitet aktuell die afrikanische Schweinepest, die eine große Gefahr für die Schweinehaltung ist. Ansonsten können die Landwirte ohne größere Probleme weiter produzieren, weshalb die Versorgung mit Lebensmitteln aus der Region weiterhin sichergestellt ist.

Die Landwirte verbringen zurzeit viel Zeit bei der Feldarbeit, bei der sie ohne Kontakt zu anderen Personen ihre Arbeit gewissenhaft ausführen können.

Wie am 29. Janaur bekannt wurde, will die Bundesregierung die Auswirkungen der neuen Düngeverordnung (DüVO) mit einer Milliarde Euro, verteilt auf vier Jahre, ausgleichen. Absolut gesehen ist 1 Mrd. € viel Geld. Je Hektar gerechnet allerdings nur ca. 15 €, was bei den meisten Landwirten 500 – 900 € je Jahr für den gesamten Betrieb ausmachen dürfte. Durch Ertrags- und Qualitätsminderung erleiden aber die Bauern nach Expertenaussage schon bis zu 500 € je Hektar und Jahr an Verlust.

Wir wollen kein Geld, sondern faire Rahmenbedingungen auf wissenschaftlicher Basis. Wir sind Unternehmer und wollen nicht Almosenempfänger sein. Wir unterstützen den Grundwasserschutz, vor allem dort wo nachgewiesen ist, dass wirklich Handlungsbedarf ist, sollten sinnvolle und praktikabel Maßnahmen ergriffen werden.

Im Übrigen wird die erst angelaufenen Umsetzung der DüVO 2017 schon viel bewirken. Der Düngerabsatz ist in Deutschland im Gegensatz zum globalen Markt dadurch schon stark rückläufig. Man muss allerdings auch wegen des trägen Systems – unseren Boden – etwas Geduld haben, um die Verbesserung messen zu können. Eine weitere Verschärfung der DüVO wird der Umwelt nichts nützen und könnte eventuell sogar kontraproduktiv sein. Den Landwirten würde sie aber auf jeden Fall massiv schaden. Die Bauern wollen keine Zuweisungen aus Steuermitteln, sondern Fairness von Politik und Verbraucher, einen fairen Wettbewerb auf Augenhöhe und vor allem statt ideologischen politischen Geschacher, Anerkennung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Agrarpolitik.

Sollte die verschärfte DüVO wie geplant kommen, ist bei vielen Landwirten kein vernünftiges und nachhaltiges Wirtschaften mehr möglich. Als Folge wird sich ein erhöhter Strukturwandel bzw. das Aufgeben vieler weiterer landwirtschaftlicher Betriebe ergeben.

Nachhaltigkeit – damit auch das Überleben von Lebewesen wie den Regenwürmern ermöglicht wird – wollen die Landwirte weiterhin handeln, dies ist aber durch die Verschärfung der neuen Düngeverordnung nicht mehr möglich.

Appell zu gesellschaftlichem Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern

Der Verein HeimatLandwirte, das Sprachrohr von rund 140 Landwirten aus Niederbayern, Oberbayern und der Oberpfalz, hat bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag im Gasthof Lackermeier in Edenland die Jahresversammlung für ihre Mitglieder veranstaltet. In diesem Jahr waren auch erstmals einige interessierte Landwirte zum Besuch eingeladen, die nicht Mitglied des Vereins sind. Neben dem Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden gab es ein Statement zur aktuellen Lage der Landwirtschaft von Sebastian Dickow, dem Sprecher und bayerischen Vertreter auf Bundesebene von „Land schafft Verbindung“.

„Die Landwirtschaft befindet sich mitten in einer schwierigen Zeit, deshalb ist es gerade jetzt wichtig, den gesellschaftlichen Dialog zu suchen und den Verbraucher weiter über die Landwirtschaft aufzuklären“, sagte Thomas Weigl, Vorsitzender der HeimatLandwirte. Schon seit dem Jahr 2015 engagiert sich der Verein für die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirtschaft in der Region Landshut. Umso mehr hat es den Verein gefreut, dass Sebastian Dickow als Gastredner bei der Jahreshauptversammlung vor Ort war.

Bundesweite Demonstrationen

Nun wird das Problem der fehlenden Aufklärung und der damit folgenden unsinnigen Vorschriften bezüglich der Landwirtschaft nämlich nicht mehr nur regional aufgegriffen, sondern auch auf Bundesebene, denn Sebastian Dickow hat zusammen mit der Initiative „Land schafft Verbindung“ zahlreiche Schlepper-Demonstrationen im gesamten Bundesgebiet organisiert. Ziel dieser Demos war auf die strenge Reglementierung der kommenden Düngeverordnung aufmerksam zu machen und die Politik aufzufordern, mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen. Dieses Ziel wurde grundlegend schon erreicht. Dennoch appelliert Dickow, dass das Problem noch lange nicht über dem Tisch ist.

Weitere Aktionen geplant

Es werden weitere Aktionen geplant, um den Berufsstand der Landwirte wieder zukunftsfähig zu machen. Kürzlich standen Landwirte vor einem Lebensmittelmarkt und befragten Kunden, wie viel Wert diese auf regionale und nachhaltige Lebensmittel legen und wie sich dies auf den täglichen Einkauf auswirkt. Es hat sich gezeigt, dass das Bewusstsein der Personen durch das Gespräch mit den Landwirten geschärft wurde. Die Personen sprachen sich für die Wertschätzung der regionalen und nachhaltigen Lebensmittel aus und folglich konnten diese Lebensmittel auch in ihren Einkaufskörben gefunden werden.

„Wir Landwirte werden wieder angehört und es wird wieder mit uns gesprochen“, sagte Dickow, „jetzt liegt es viel mehr an den Politikern, ob nach Worten auch Taten folgen.“

Erfolgreiches Jahr der HeimatLandwirte

Thomas Weigl blickte auf ein erfolgreiches Jahr der HeimatLandwirte zurück. Fast traditionell ist schon das Grillen in der Landshuter Altstadt das jedes Jahr im Frühjahr stattfindet. Passanden werden mit regionalen Fleischspezialitäten versorgt und einige interessante Gespräche zum Thema Landwirtschaft werden geführt. Gäste aus mehreren verschiedenen Regionen Europas waren in diesem Jahr anlässlich des EPP-Congresses unter anderem auf einigen Höfen der HeimatLandwirte zu Gast. Für die Medien wurde eine Presserundfahrt organisiert, die zu den Themen: Artenschutz, Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und die Ansprüche der Verbraucher beim Einkauf im Hofladen aufgeklärt hat. Für den fachpolitischen Austausch sorgten Treffen mit Nicole Bauer und Florian Oßner. Und auch an den Demonstrationen der Organisation „Land schafft Verbindung“ nahmen einige Mitglieder der HeimatLandwirte teil.

Auch in diesem Jahr soll die Aufklärungsarbeit weiter so positiv fortgeführt werden, unter anderem findet im Juni wieder ein Hofinformationstag statt. Den gesamten Tag können sich Verbraucher ein Bild von der modernen Landwirtschaft auf einem Mitgliedsbetrieb machen. Auch die Grillaktion in der Landshuter Altstadt und weitere Aktionen sind geplant.

Sebastian Dickow (Sprecher und bayerischen Vertreter auf Bundesebene von „Land schafft Verbindung“)
gab ein Statement zur aktuellen Lage der Landwirtschaft.

 

Zahlreiche Mitglieder waren bei der Jahresversammlung vor Ort.

HeimatLandwirte beteiligen sich an den Demonstrationen in Berlin und Landshut

Einige Mitglieder des Vereins HeimatLandwirte e. V., ein Zusammenschluss von rund 140 Landwirten aus der Region Landshut, nahmen an den Schlepper-Demonstrationen in Berlin und auch im eigenen Landkreis teil.

Mit gut 10.000 Teilnehmern wollten die Landwirte in Berlin nicht gegen den Umweltschutz und Wasserschutz oder für mehr Subventionen demonstrieren, sondern machten klar, dass das im Sommer beschlossenen Agrarpaket und die Düngeverordnung über das Ziel hinausschießen. Die Stimmung auf den Betrieben schlecht, die Ausbildungszahlen im Keller und die Motivation zu neuen Investitionen im Bereich des Tierwohls nahe Null.

Auch in Landshut fand eine Demonstration statt. Grund für die Wahl des Treffpunktes in Landshut an der Sparkassenarena, war eine Veranstaltung, bei der Sigi Hagl, Landshuter Oberbürgermeisterkandidatin der Grünen und Robert Habeck, Bundesvorsitzende der Grünen gesprochen haben. Dessen Politik gefährden die landwirtschaftlichen Betriebe und ganze Existenzen im ländlichen Raum.

Insgesamt waren sehr viele Schlepper und Landwirte vor Ort und haben auf die aktuelle Lage der Landwirtschaft aufmerksam gemacht. Durch die ständigen Verschärfungen der Politik, werden Landwirte dazu gezwungen, ihre Betriebe aufzugeben und so Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu vernichten. Der Grundwasser- und Gewässerschutz, Umweltschutz, der Erhalt der Artenvielfalt und der Insektenschutz wird von den Bauern unterstütz und liegt ihnen am Herzen, doch durch weitere Regulierungen und zunehmender Bürokratie gestalten sich diese Forderungen immer schwieriger. Die Landwirtschaft braucht für die Zukunft neue Anreize, statt ständig Verbote der Politik.

Damit die Landwirtschaft weiter bestehen und die Gesellschaft mit regionalen Lebensmitteln versorgen kann, muss diese wirtschaftlich sein. Und das funktioniert nur durch einen bestehenden Markt. Die Bauern in der Umgebung sind nicht abgeneigt, biologisch zu produzieren. Allerdings ist dieser Markt bereits gesättigt und leidet unter einem Überangebot. Sollten sich noch mehr für die biologische Wirtschaftsweise entscheiden, wird dieses Überangebot noch größer werden. Gleichzeitig werden Lebensmitteln importiert, die unter niedrigeren Standards als unsere produziert werden. Das soll nicht das Ziel sein, wichtiger ist, dass die Produktion von regionalen Lebensmitteln unterstützt wird und so erhalten bleiben kann.

Gefordert wird, dass mit den Landwirten geredet wird und Entscheidungen nicht hinter ihrem Rücken getroffen werden. Außerdem soll es eine ehrliche und sachliche Agrarpolitik geben, die auch realistisch für die Landwirtschaft ist.

Nun wird von Seiten der Landwirte gehofft, dass sie wieder mehr von der Politik wahrgenommen werden und gemeinsam mit ihnen konstruktive Lösungen erarbeitet werden.

Mehrere Tausend Schlepper bei der Demonstration in Berlin

 

Zahlreiche Landwirte aus der Region waren bei der Demonstration in Landshut vor Ort.

„Wir müssen die Landwirtschaft in Deutschland erhalten“

Die HeimatLandwirte suchen das Gespräch mit Nicole Bauer (Mitglied des Deutschen Bundestages/Ausschuss Landwirtschaft).

Viele landwirtschaftliche Themen liegen den Landwirten momentan auf dem Herzen. Besonders unter den Nägeln brennt ihnen aber, dass die Bundesregierung die eigentlich neue Düngeverordnung (DüV), welche erst Anfang 2018 in Kraft getreten ist, nun bereits weiter verschärfen will. Man soll doch erst die Auswirkungen und Verbesserungen der neuen DüV wirken lassen und dann nach weiteren Regelungen streben, so die gemeinsame Meinung am Tisch. Ganz wird sich die Verschärfung der DüV nicht aufhalten lassen, es gibt aber noch Hoffnungen für Spielräume bei fachlichen Einwänden.

So sollte der Entwurf zur Verschärfung der Hangauflagen besonders im kleinstrukturierten Bayern und das Verbot für die Herbstausbringung von organischen Düngern nochmals überdenkt werden. Fällt die Ausbringung von organischen Düngern nach der Ernte im Sommer/Herbst weg, so bedeutet das aller Voraussichten das Aus für den vielfältigen Zwischenfruchtanbau. Dabei ist der Zwischenfruchtanbau doch ökologisch so wertvoll: Nährstoffaufnahme und -speicherung über den Winter bis zur nächsten Kultur, Reduzierung der Auswaschung des mineralischen Stickstoffes, Verbesserung der Bodenstruktur, Nahrung für die Bodenlebewesen, Erosionsschutz, Nahrung für Insekten und noch dazu schön für das menschliche Auge. Einige Studien und Versuche belegen, dass bei brachliegenden Flächen ohne Zwischenfrüchte und ohne Düngung viel höhere Werte des mineralischen Stickstoffes erreicht werden und somit ein höheres Stickstoff-Auswaschungspotenzial entsteht, als bei Zwischenfruchtbeständen mit organischer Düngung im Herbst.

Ein weiteres Problem stellen die Grundwassermessstellen da. Gibt es überhaupt genug Messstellen? Sind die Messstellen gut bzw. gleichmäßig verteilt? Welchen Einfluss hat die Tiefe der Messstellen auf die Untersuchungsergebnisse?

Im Laufe des Gespräches wurden viele weitere Themen angesprochen, die die Landwirte interessierten, wie die Bio-Quote, Tierschutzauflagen, Import-Abkommen, Ernteausfälle ab puffern, und vieles mehr.

Die Deutschen Landwirte stellen mittlerweile eine sehr geringe Wählerschicht dar und es wird oftmals der vor- bzw. nachgelagerte Bereich der Landwirtschaft vergessen. Deshalb fühlen sich die Landwirte in vielen Fällen alleingelassen bis hin zu nicht erwünscht. Doch Nicole Bauer ist der Meinung: „Wir müssen die Landwirtschaft in Deutschland in einem erträglichen Maß erhalten, vor allem in Bayern, dem Agrarland schlecht hin.“ Ihre Divise ist „auf seine Wurzeln schauen, achten und setzen“ und außerdem ist „Regionalität einer der wichtigsten Beiträge zur Nachhaltigkeit.“

Die HeimatLandwirte suchten das Gespräch mit Nicole Bauer (Mitglied des Deutschen Bundestages/ Ausschuss Landwirtschaft). Auf dem Bild zu sehen sind Georg Siegl (Mitglied der HeimatLandwirte), Nicole Bauer, Anton Lorenzer (stellvertretender Vorstand der HeimatLandwirte) und Thomas Weigl (1. Vorstand der HeimatLandwirte) (von links nach rechts).

Die HeimatLandwirte spenden an den Malteser-Herzenswunsch-Krankenwagen

Der Verein HeimatLandwirte, das Sprachrohr von rund 140 Landwirten aus Niederbayern, Oberbayern und der Oberpfalz hat im vergangenen Juni das Altstadtgrillen vor dem Landshuter Rathaus veranstaltet. Hierbei konnte eine große Spendensumme erzielt werden. Schon vorab war bekannt, dass der Betrag an eine gemeinnützige, regionale Organisation gespendet werden soll.

Kürzlich traf man sich deshalb mit dem Geschäftsführer des Malteser Hilfsdienst e.V. Hermann Lang, da die Spendensumme an den Malteser-Herzenswunsch-Krankenwagen Region Niederbayern-Oberpfalz gespendet werden soll. Mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen erfüllen die Malteser die letzten Wünsche von unheilbar kranken Menschen und bringen diese damit an einen Ort ihrer Wahl. Dabei gibt es speziell ausgestattet Fahrzeuge und gut ausgebildete Malteser, die sich ehrenamtlich dafür engagieren.

Den HeimatLandwirten war es eine Herzensangelegenheit, die Spendensumme von 500€ an Herrn Lang zu übergeben und somit eine regionale Organisation zu unterstützen.

Stellvertretender Vorstand der Heimatlandwirte Anton Lorenzer, Geschäftsführer des Malteser Hilfsdienst e.V. Hermann Lang und Mitglied der HeimatLandwirte Martin Wimmer (von links nach rechts) bei der Spendenübergabe

 

 

HeimatLandwirte-Rundfahrt zu Blühflächen, Direktvermarktung, Waldwirtschaft und Düngung 

Der Verein HeimatLandwirte, das Sprachrohr von rund 140 Landwirten aus Niederbayern, Oberbayern und der Oberpfalz, hat mit einer Presserundfahrt am Montag über aktuelle Trends und Entwicklungen bei den Themen Artenschutz, Direktvermarktung, Waldwirtschaft und Düngeverordnung informiert. Bei Stationen auf und um den Erdbeerhof Attenkofer in Rammelkam/Kumhausen ging es um die Nachfrage nach Blühpatenschaften nach dem Volksbegehren zur Artenvielfalt, um die Ansprüche der Verbraucher beim Einkauf auf dem Hof, um die Folgen der geplanten Verschärfung der deutschen Düngeverordnung und um die Veränderung des Waldes durch den Klimawandel. Das Fazit: Blühpatenschaften sind ausbaufähig, in der Direktvermarktung macht’s die Frische, bei der Düngeverordnung droht ökologischer Unsinn und der Wald weicht wegen der Erderwärmung.

Das erfolgreiche Volksbegehren zum Artenschutz hat laut Franz Attenkofer, Inhaber des Erdbeerhofs Attenkofer, zwar viele Leute aufgeschreckt. Aber zum Handeln gebracht habe es nur wenige Menschen. Über den Bauernverband hat er in diesem Jahr vier Blühpaten gewonnen, die sich finanziell mit 50 Euro jährlich pro 100 Quadratmeter an der Bewirtschaftung von Blühflächen beteiligen und dafür regelmäßig per E-Mail über die Entwicklung der Blütenpracht informiert werden. Zwei Anmeldungen für das nächste Jahr liegen ihm vor. „Die Bereitschaft, selbst etwas für den Artenschutz zu tun, ist bisher weit hinter dem Zuspruch für das Volksbegehren geblieben, über das viele Unterzeichner die Verantwortung für den Umwelt- und Klimaschutz an die Landwirtschaft abschieben wollten“, sagte Attenkofer.

Er hält trotzdem am Anlegen von Blühflächen fest. Dafür wandelt er Gewässerrandstreifen in Wiesen mit heimischen Blumensorten um, weil es die Insekten von dort nicht weit zum wichtigen Wasser haben – den auch Bienen und Co. haben Durst. Ein erstes Ergebnis: Die Blühfläche auf seinem Hof, ehemaliges Brachland, das noch nie gedüngt wurde, explodiert regelrecht. Während die Blühstreifen am Rand seiner Felder unter Nährstoffmangel leiden. Attenkofer: „Es freut mich sehr, dass der Boden hier offensichtlich nicht überdüngt ist.“

Insektenbestand kann sich wieder aufbauen

Attenkofer betonte, dass es für die Landwirte von zentraler Bedeutung sei, zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen. „Wir orientieren uns laufend an den neuesten fachlichen Erkenntnissen. Das war auch schon vor dem Volksbegehren so.“ Darum nimmt er seit 20 Jahren Flächen aus der Bewirtschaftung, um Gewässer zu schützen und Nahrungsquellen für Tiere am Waldrand zu schaffen. Außerdem betreibt er Gründüngung. Das ist der gezielte Anbau bestimmter Pflanzen zur Verbesserung des Bodens. Knackpunkt in Sachen Insektensterben war aus Attenkofers Sicht die Zulassung von Insekten-Nervengiften (Neonikotinoide) vor acht Jahren. „Sie wirken jahrelang und die Insekten verlieren durch sie die Orientierung. Nachdem diese Stoffe jetzt verboten sind, kann sich der Insektenbestand langsam wieder aufbauen.“

Attenkofer arbeitet nicht nur für die Artenvielfalt, sondern auch an der Direktvermarktung auf seinem Hof: „Wir wollen umweltschonend hochwertige Nahrungsmittel produzieren. Je näher der Verbraucher am Erzeuger ist, umso umweltfreundlicher kann er einkaufen.“ Er bietet im Sommer Beerenobst ab Feld und im Winter Christbäume an. Dabei richtet er seinen Betrieb so weit wie möglich nach den Ansprüchen der Kunden aus. „Die Verbrauchergewohnheiten haben sich total verändert. Es werden kaum mehr Obstvorräte wie in Form von Marmelade angelegt. Dafür werden öfter frische Beeren gegessen.“ Beim Christbaumverkauf sei die regionale Herkunft für die Kunden immer wichtiger geworden.

Erdbeeren und Wald sind bedroht

Doch Attenkofers Geschäft ist bedroht. „Uns wird prophezeit, dass es durch den Klimawandel in 20 Jahren keine Erdbeeren mehr geben wird“, sagte der erfahrene Obstbauer. Grund dafür seien zu hohe Temperaturen am Winterende und darauf folgende Spätfröste. Auch in der Waldwirtschaft, die in seinem Fall auf 54 Hektar stattfindet und knapp die Hälfte der gesamten Betriebsfläche ausmacht, sind die Aussichten düster: „Wir haben bereits zwei Drittel unseres Nadelwaldes von Fichte auf robustere Arten wie Tanne, Lärche, Douglasie und Laubholz umgebaut. Aber durch die Erderwärmung und zunehmende Hitze wird bei uns immer wieder Wassermangel herrschen. In 100 Jahren könnte unsere Region eine Steppe sein.“ Ob und wie lange bei sinkenden Grundwasserständen künftig noch Waldwirtschaft betrieben werden könne, sei nicht sicher.

Düngeverordnung mit Augenmaß

Das Beispiel des Erdbeerhofs von Franz Attenkofer zeigt laut Thomas Weigl, Vorsitzender der HeimatLandwirte, dass den Bauern selbst sehr viel am wirksamen Umwelt- und Klimaschutz gelegen ist: „Wir müssen und wollen unseren Beitrag leisten, damit unsere Lebensgrundlagen bewahrt werden.“ Umso unverständlicher sei für die Landwirte ein Teil der aktuellen Planungen für eine verschärfte Düngeverordnung in Deutschland. Besonders gravierend wären die Auswirkungen durch das Düngeverbot von Zwischenfrüchten, wie Georg Siegl, Vorstandsmitglied der HeimatLandwirte erklärte: „Der Anbau und die anfängliche Düngung von Zwischenfrüchten für ein gutes Wachstum ist der optimale Ansatz für die Bindung von CO2 im Boden, für Artenschutz, Grundwasserschutz, Erosionsschutz und den Humusaufbau.“ Das hätten zig Studien bewiesen und das habe sich auch beim wissenschaftlich begleiteten Grundwasserschutz-Pilotprojekt in Hohenthann gezeigt. „Das zu untersagen wäre ökologischer Unsinn und blinder Aktionismus. Dagegen laufen auch die Ökoverbände Sturm. Da muss die Bundesregierung nachbessern.“

 

 

 

 

 

 

EPP-Congress 2019 in Landshut besuchte Betriebe der HeimatLandwirte

 

Der Club der Europäischen Schweineproduzenten (European Pig Producers Club) war von 5. – 8. Juni 2019 anlässlich des 29. Jahreskongress zu Gast in Landshut. Unter dem Motto „European Pig Porduction in Transition“ (Europäische Schweineproduktion im Umbruch) erhielten die Teilnehmer ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Firmenbesuchen und Betriebsexkursionen. Dabei wurden unter anderem Betriebe der HeimatLandwirte besucht.

Insgesamt waren 350 Gäste aus 18 verschiedenen Ländern nach Landshut angereist. Die Gruppe war bunt gemischt, sowohl kleine Biolandwirte also auch Großbauern mit mehreren Mitarbeitern waren vor Ort. Mehr als 50% der Teilnehmer waren Landwirte, der andere Teil waren Vertreter der Forschung, Industrie, der Universitäten und der Presse.

Unterwegs auf den Betrieben fand ein internationaler Meinungsaustausch zu aktuellen Fragen rund um Zukunftsvisionen, Konsumentenansprüchen und Vermarktung statt. Die Teilnehmer waren unter anderem zu Besuch auf dem Hof von Thomas Schindlbeck, der Ackerbau und Schweinemast betreibt. Außerdem informierten sie sich vor Ort auf dem Betrieb von Reinhard Bauer. Der Betrieb beschäftigt sich mit der Aufzucht von Ferkel und Schweinemast. Dabei füttern sie Sojabohnen aus eigenem Anbau. Auch beim Vorstand der HeimatLandwirte, Thomas Weigl, machten die Gäste halt und erhielten einen Einblick in den Betrieb mit Zuchtsauen und Mastschweinen. Außerdem wurde der Bullenmastbetrieb von Armin Graf besichtigt. Franz Bauer, Franz Wilsch und auch Georg Siegl ermöglichten einen Einblick in die eigene Mastschweinehaltung. Bei der Familie Steckenbiller bekamen die Teilnehmer einen Einblick in die Milchviehhaltung. Alle Betriebsleiter haben die Besuche mit viel Engagement vorbereitet und den internationalen Gästen stolz einen Einblick in den eigenen Betrieben gewährt. Die HeimatLandwirte haben sich zum Ziel gesetzt, offen und umfassend über die moderne Landwirtschaft zu informieren. Das konnten sie im Rahmen des EPP-Congress erfolgreich erfüllen.

Am Ende konnten die Teilnehmer einige Anregungen aus den Vorträgen, den Betriebsbesuchen sowie den persönlichen Gesprächen mit nach Hause nehmen. Der nächste EPP-Congress finden nächstes Jahr von 9. – 11. Juni 2020 in den Niederlanden statt.

Bei Franz Bauer in Niederkam stellte der Hofnachfolger den Betrieb mit Ferkelaufzucht, Schweinemast und Ackerbau vor

 

 

Die Besuchergruppe erhielt einen Einblick in den Schweinebetrieb von Thomas Weigl in Sachsenhausen.

 

 

 

Kostenlose Steak- und Würstelsemmeln und Landwirtschaftsdialog mit Oberbürgermeister Putz

 

Der Verein HeimatLandwirte, das Sprachrohr von rund 140 Landwirten aus Niederbayern, Oberbayern und der Oberpfalz, hat am Samstag das alljährliche Altstadtgrillen vor dem Landshuter Rathaus veranstaltet. Dabei verteilten die Landwirte kostenlose Steak- und Würstelsemmeln aus heimischer Erzeugung an die Passanten. Wer mochte, konnte dafür einen freiwilligen Beitrag zahlen, den der Verein einem guten Zweck zu Gute kommen lässt.

Außerdem standen die HeimatLandwirte interessierten Besuchern für Informationen und Gespräche über die moderne Landwirtschaft zur Verfügung. „Unsere Gesellschaft steht vor großen ökologischen Herausforderungen wie Klimaschutz und dem Erhalt der Artenvielfalt“, sagte Vorsitzender Thomas Weigl. „Wir möchten den Dialog zwischen Bauern und Bevölkerung vertiefen, um Einblick in die landwirtschaftliche Praxis zu geben und Lösungswege zu diskutieren, wie noch mehr Natur- und Umweltschutz mit einer wirtschaftlich sinnvollen Produktion hochwertiger und gesunder Lebensmittel vereinbart werden kann.“

Diesen Gedanken griff auch Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz auf, der sich unter die zahlreichen Besucher gemischt hatte. „Wer sich gesund ernähren und dabei gleichzeitig etwas für die Umwelt und den Klimaschutz tun möchte, der hat beim Einkaufen die Gelegenheit, ein wirkungsvolles Zeichen zu setzen: Wann immer möglich, sollten wir Verbraucher uns ganz bewusst für Produkte aus der Region entscheiden. Die Auswahl ist zu jeder Jahreszeit groß – und für hervorragende Qualität bürgen unsere heimischen Landwirte.“ Veranstaltungen wie das Altstadtgrillen seien in diesem Zusammenhang besonders wichtig, weil Verbraucher und Landwirte dabei ins Gespräch kommen könnten, so Putz. „Dass der Erlös der Aktion für einen guten Zweck gespendet wird, verdient natürlich zusätzliche Anerkennung.“

Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz (Dritter von rechts) besuchte die HeimatLandwirte um Vorsitzenden Thomas Weigl (Vierter von links), um über moderne Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz in den Kommunen vor Ort zu diskutieren.

 

Die HeimatLandwirte haben beim Altstadtgrillen den Dialog zwischen Bauern und Bevölkerung vertieft – über alle Generationen hinweg.